50 JUGENDLICHE. 50 GESCHICHTEN.

Im September haben wir von einer weiterführenden Schule (Klassen 7 bis 9) erfahren, die ganz in der Nähe eines Gebiets liegt, in dem wir regelmäßig arbeiten. Mit der Schule selbst hatten wir bisher kaum Kontakt. Doch für einige Kinder aus unseren Grundschulklassen steht fest, dass sie nach der 6. Klasse dorthin wechseln werden.
Bei einem der letzten offiziellen Treffen mit den lokalen Behörden berichtete uns der Gemeindevorsteher (Commune Chief), dass an genau dieser Schule 50 Schülerinnen und Schüler die Schule vorzeitig abgebrochen haben. Die meisten von ihnen sind Mädchen.

WENN DIE FAMILIE JEDE HAND BRAUCHT

Gerade in den Klassen 7 bis 9 erleben wir oft einen kritischen Wendepunkt. Die Jugendlichen sind dann zwischen 13 und 18 Jahre alt. In unseren Dörfern sehen wir immer wieder, dass von ihnen in diesem Alter erwartet wird, zum Familieneinkommen beizutragen, sei es auf den Feldern, auf Baustellen oder bei Gelegenheitsjobs.
Gleichzeitig steigen nach der Grundschule die Kosten für die Schule. Besonders Familien, die es sehr schwer haben, sehen sich spätestens jetzt gezwungen, ihre Kinder aus der Schule zu nehmen. Manchmal wollen Jugendliche auch von sich aus aufhören, weil sie zum Beispiel ihre Eltern unterstützen möchten.

GENAU HIER SETZEN WIR AN

50 Jugendliche, die nicht mehr zur Schule gehen, das sind 50 junge Menschen, deren Zukunft plötzlich viel unsicherer geworden ist. Denn eine der wirksamsten Formen der Prävention gegen moderne Sklaverei ist, Kinder und Jugendliche darin zu stärken, ihren Bildungsweg abzuschließen.
Wir erleben immer wieder, dass Kinder und Jugendliche, die sonst aufhören würden, durch Schulpakete, Fahrräder und die intensive Begleitung ihrer Familien weiter zur Schule gehen.

Als nächsten Schritt möchten wir die Jugendlichen und ihre Familien im Einzugsgebiet dieser Schule u.a. durch regelmäßige Jugendtreffen erreichen. Außerdem werden wir Kontakt zur Schule aufnehmen, um besser zu verstehen, warum so viele Jugendliche und gerade so viele Mädchen die Schule verlassen, und eine Zusammenarbeit aufzubauen.

Danke von Herzen für eure Gebete und eure finanzielle Unterstützung.
Wir wünschen euch Gottes Segen.
Herzliche Grüße vom SEREY-Team aus Kambodscha

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