FRÜH HANDELN, NACHHALTIG SCHÜTZEN

Unser 3. Jahr in den Dörfern ist gestartet und wir blicken voller Dankbarkeit über das, was alles im letzten Jahr entstanden ist, und voller Hoffnung auf das, was vor uns liegt, ins Jahr 2026. Denn dieses Jahr bringt wieder ganz neue Schritte für uns als Organisation und für einige Familien in den Dörfern mit sich.

WARUM WIR UNSERE PROGRAMME ERWEITERN

In den vergangenen zwei Jahren haben wir umfassende Präventionsarbeit geleistet: in den Schulen, in enger Zusammenarbeit mit Village Chiefs, Lehrern und Lehrerinnen, durch Aufklärungsarbeit in Dorfgruppen und durch intensive Familienarbeit

Das Wissen über die Risiken von Ausbeutung ist entscheidend, doch gleichzeitig wurde deutlich: Selbst wenn Familien informiert sind, bleiben sie gefährdet, solange noch existenzielle Nöte herrschen.
Deshalb erweitern wir unsere Programme in diesem Jahr um Maßnahmen, die wirtschaftliche Selbstständigkeit und Ausbildung fördern. Sie wirken als zentrale Schutzmechanismen und helfen, das Risiko für Ausbeutung langfristig zu verringern.

Studien zeigen, dass Kinder, Jugendliche & Familien besonders gefährdet sind,
wenn sie keinen Zugang zu Bildung,
stabilen Einkommen oder Ausbildungsangeboten haben.

Wer hingegen früh lernt, eine Ausbildung absolviert oder wirtschaftliche Perspektiven erhält, kann besser selbstbestimmte Entscheidungen treffen und sich vor Ausbeutung schützen.

(Quelle: ILO & PMC)


FIT2WORK

Viele Familien in unseren Dörfern leben unter prekären finanziellen Bedingungen und sind besonders anfällig für wirtschaftliche Schwankungen. Einige Familien leben von weniger als 3$ am Tag, was kaum für die notwendigste Versorgung aller Familienmitglieder reicht, und nicht mal ansatzweise wichtige Themen wie Gesundheitsversorgung, Bildung und Zukunftsabsicherung abdeckt.

Hier setzen unsere neuen Programme an: Wir unterstützen besonders herausgeforderte Familien dabei, sich selbst besser zu versorgen oder ein kleines eigenes Business aufzubauen. Das reicht von Tipps, Schulungen und Saatgutversorgung über Hilfe bei der Jobsuche bis hin zu kleinen Business Schulungen mit einem von uns bereitgestellten Startkapital.

Zum anderen vermitteln wir Jugendliche aus diesen Dörfern, die ihre schulische Laufbahn nicht mehr fortsetzen können, an Ausbildungszentren in der Stadt Siem Reap und unterstützen und begleiten sie währenddessen.

Ziel der Programme: Familien und junge Menschen zu mehr Selbstständigkeit und Unabhängigkeit zu befähigen – und so das Risiko für Ausbeutung frühzeitig zu reduzieren.


FAMILIEN START-UP I BONG SEYLA´S GESCHICHTE

Anhand von einer Familie, mit der wir schon seit einiger Zeit zusammenarbeiten, können wir euch so ein kleines Business Start-Up vorstellen. Die Familie von Bong Seyla (Name geändert) lebt mit ihren 3 Kindern in einem der benachteiligsten Dörfer, in denen wir arbeiten. Fast alle Dorfbewohner kennen nichts anderes als Landwirtschaft, doch die Bedingungen sind sehr schlecht. Die lange Trockenheit, die Lage des Dorfes und der Mangel an Alternativen lässt kaum Entwicklung in diesem Dorf zu.

Bong Seyla selbst ist die inoffizielle Kindergärtnerin des Dorfes, bekommt allerdings nur 12,5$ pro Monat für ihre Arbeit. Ihr Mann ist hauptsächlich mit der Landwirtschaft beschäftigt, hat aber über viele Perioden nichts zu tun, da in der Trockenzeit kaum etwas auf den Feldern gearbeitet werden kann. So kam es dazu, dass er mitunter viel Alkohol trinkt, was wiederum zu häuslicher Gewalt führte.

Doch besonders Bong Seyla zeigte sich sehr kooperativ und gewillt etwas zu verändern und auch in ihrem Mann sahen wir die Chance, dass sich sein Verhalten durch mehr Beschäftigung ändern könnte. Gemeinsam erzählten sie uns, dass sie Erfahrungen haben, Hühner zu halten. Ihr Land gibt viel Platz her und einiges an Futter können sie selbst herstellen. Doch sie konnten noch nie in ein ordentliches Gehege und mehrere Hühner zum Starten investieren, da sie keine Mittel dazu hatten.

Also kreierten wir ein Konzept, um sie in wichtigen Punkten zu schulen, damit sie sich etwas mit ihrer Hühnerzucht verdienen können. Das Know-how für die Hühner bringen sie dabei selber mit. Wir erarbeiten mit ihnen gemeinsam, wie man Schritt für Schritt eine kleine Selbstständigkeit aufbaut. Bei regelmäßigen Besuchen sprechen wir unter anderem über Planung, Budget, treues Sparen, Investition, Risikominimierung und auch Familienmanagement. Sie haben ihre Hausaufgaben treu gemacht und viele wichtige Schritte zeitnah umgesetzt. So konnten wir ihnen mit einem Startkapital von 500$ helfen, das Gehege aufzubauen und die ersten Hühner für die Aufzucht zu kaufen.

Während unserer gemeinsamen Treffen können wir auch von Gott erzählen, gemeinsam beten und Beispiele aus der Bibel nutzen, um zu zeigen, wie Treue und Sorgfalt zu Erfolg führen können. Es ist ein kleiner Start mit ihnen und noch reicht es nicht aus, dass die ganze Familie allein davon leben könnte. Aber es ist ein erster wichtiger Schritt hin zu mehr Selbstständigkeit und damit zu weniger Risiko für finanzielle Not.


EIN SCHRITT NACH DEM ANDEREN: FAMILIEN STÄRKEN, RISIKEN VERRINGERN

Wir wünschen uns, dass wir in diesem Jahr noch deutlich mehr Familien in dieser Art unterstützen können. Dafür haben wir auch einen tollen Partner in der Schweiz – SAM global.

Sie konnten uns für dieses Jahr mit Extra-Mitteln gezielt für dieses Programm versorgen. Auch der regelmäßige Austausch darüber, wie man Menschen hier in Kambodscha nachhaltig helfen kann, ihre finanzielle Not zu reduzieren, hilft uns bei der Entwicklung unserer Zusammenarbeit mit den Familien und Dörfern.

Willst du uns auch unterstützen, mehr Familien zu mehr Eigenständigkeit zu führen? Momentan reicht unser Budget für etwa 10 Familien und das ist schon ein absoluter Segen! Doch natürlich hoffen wir auf mehr Möglichkeiten.


IN UNSEREM NÄCHSTEN BLOGBEITRAG ERZÄHLEN WIR DIR, WIE UNSER AUSBILDUNGSPROGRAMM AUSSIEHT.
SEI GESPANNT.

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